Hallo Norwegenfreunde!

Lange wurde geplant und unsere Vorfreude stieg von Tag zu Tag.
Am 22.07. war es endlich soweit, die Autos wurden gepackt (eigentlich eher voll gestopft) und los ging es. Von Rostock ging es mit der Fähre nach Dänemark und der Rest wurde komplett mit dem Auto zurückgelegt. Da die Kosten von Fähre und Brückenmaut fast identisch sind, haben wir uns für die Öresundbrücke entschieden und dies auch nicht bereut.
Auch zu den Lofoten sind wir diesmal über die Brücke gelangt.
Diese ist Mautfrei und die Strecke ist minimal weiter. Somit zahlt man aber nur die Fähre nach Dänemark und eben die Fähre oder Brücke nach Schweden.
Wir waren mit zwei Fahrzeugen und jeweils 3 Insassen unterwegs.
So konnten wir uns mit dem Fahren abwechseln, aber das machte es auch nicht leichter.
Irgendwann ging dann nichts mehr, da hieß es dann nur noch Parkplatz, Luftmatratze mit Schlafsack raus und erstmal einige Stunden ausstrecken.
Für unsere Hintour hatten wir lockere 40 Stunden inkl. ausgiebiger Pausen geplant. So wären wir am 24. gegen Mittag bei Arnstein eingetroffen.
Aber die Vorfreude trieb uns voran und so trafen wir bereits gegen 09.30 Uhr in Kabelvag ein.
Die Rezeption ist jetzt übrigens am Marktplatz im Ort und entweder man kann Norwegisch oder Englisch, oder es wird schwierig.
Freundlicher Weise wurde uns sogar ein Kaffee gemacht, da im Ort zu der Zeit noch kein Lokal geöffnet hatte. Wir sahen wohl so aus als ob wir dringend einen brauchen.
Gegen 12.30 Uhr erhielten wir dann endlich auch den Schlüssel zum Haus.
Also schnell die Klamotten einräumen und fertig machen für die erste Angeltour.
Wir waren schließlich zum Angeln hier und nicht zum ausruhen.
Unser Boot die Antaris stand bereit und die Einweisung war schnell erfolgt.
Das Bord-GPS war leider defekt, aber wir hatten eigene Geräte im Gepäck und somit war das kein Problem. Mein Freund Harte hatte mir sein GPS mit den bereits gespeicherten Positionspunkten zur Verfügung gestellt, somit waren wir nicht nur auf unsere Erinnerungen angewiesen und fanden recht schnell gute Stellen. So konnten wir schon am ersten Tag einige gute Dorsch um 1m (der Größte 1,10m) und zwei große Seelachse über 1m auf die Schuppen legen.
Kleinere Seelachse wie wir sie aus Fister kennen fanden wir in so großen Schwärmen, dass es so gut wie nicht möglich war an die Dicken darunter zu kommen.
Gute Erfolge hatten wir jeweils am Rande eines großen Schwarmes oder wenn es dann doch mal gelang zum Grund zu gelangen.
Nach so einem Start kann es doch nur noch besser werden. Falsch gedacht!
Das Wetter stellte sich leider etwas um, der Wind drehte komplett und die guten Erfolge blieben aus. Zwar fingen wir jeden Tag unsere Fische und auch immer gute Größen darunter, aber unter uns 6 Anglern relativ ungleich verteilt.
Wir hatten auch einen Norwegenneuling dabei und ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass er immer recht gut fing. Anfängerglück hoch 10!
Ich habe es in den verbleibenden Tagen zwar nicht geschafft meinen eigenen Rekord von 1,48m zu brechen, aber ich hatte dennoch das Glück den größten Seelachs (1,20m; 15Kg) zu fangen. Den hat mir aber eigentlich auch unser Neuling verschafft.
Ich musste nämlich mal kurz meine bereits ausgelegte Angel weglegen, um ihm beim Landen eines weiteren guten Dorsches zu helfen.
Als ich meine Angel dann wieder aufnahm hatte irgendein kleinerer Fisch meinen Köder
bereits geschnappt und ich war hoch erfreut diesen an Bord ziehen zu dürfen.
Während des Einholens dann ein mächtiger Einstieg und die vorher nur leicht gekrümmte Rute wurde stark auf die Probe gestellt. Schnurr pfiff von der Rolle und es ging erstmal wieder abwärts.
Was für eine Kraft! Um das zu erleben haben wir diese lange Tour in Kauf genommen.
Nach einem guten Drill und einigen Fluchten kam er endlich zur Oberfläche.
Und ziehe da, er hatte noch den kleinen Leng im Maul der zuvor auf den Pilker ging.
Weiterhin fingen wir einige gute Schellfische und zu guter Letzt ging mir noch ein stattlicher Polack von stolzen 80cm an den hacken.
Alles in Allem eine erfolgreiche Tour. Die Kisten waren voll und die Großen hatten wir auch.
Trotzdem wir nur eine Woche hatten empfanden wir diese Zeit als ausreichend.
Großen Anteil hat natürlich auch die Mitternachtssonne, denn da es ja zu dieser Zeit nie dunkel wird waren uns zeitlich keine Grenzen gesetzt.
Man kommt zwar ziemlich aus dem Rhythmus, aber so ist das eben wenn man sich große Ziele setzt. Erwähnen möchte ich auch noch, dass diese Tour recht Materialintensiv war. So ging eine gute Rute, eine gute Multi und etliches an weiterem Material zu Bruch oder verloren.
Schmerzhaft aber Verschleiß gehört wohl dazu.
Die bitterste Pille verabreichte uns allerdings Herr Arnstein persönlich.
Wir hatten von Sa. den 24. bis Fr. den 30.07. gebucht und damit gehe ich davon aus, dass uns auch das Boot noch für den Fr. zur Verfügung steht. Letztendlich hätten wir auch bis Fr. 12.00 Uhr über das Boot verfügen können.
Nun war Herr Arnstein aber bereits am Do. Abend der Meinung wir hätten genug geangelt.
Er empfing uns bereits etwas schlecht gelaunt am Anleger zum Filetierhaus und machte gleich Stress. Neben unserem Fang mussten wir auch unser komplettes Zeug vom Boot holen, weil er es nun Reinigen bzw. es für uns zur Reinigung vorbereiten wollte. Nach dem wir dann mal anmerkten, dass uns das Boot noch bis zum folgenden Tag zur Verfügung steht fing er an über den „schlechten Reinigungszustand“ zu meckern und schrammte nur leicht an Beleidigungen vorbei. Nebenbei bemerkt haben wir das Boot nach jeder Tour zumindest grob gereinigt und das Fischblut beseitigt. Wo steht bitte schön, dass wir verpflichtet sind das Boot jeden Tag in den Neuzustand zu versetzen.
Er begann bereits eine Chemikalie im Boot zu verteilen noch bevor wir unsere Sachen richtig ausgeräumt hatten. Es gab auch keinen Weg im zu Erklären, dass diese Art und Weise gegenüber zahlenden Gästen nicht angebracht ist. Eigentlich nicht verwunderlich, dass es zu diesem Zwischenfall kam, denn auch als ich vor drei Jahren mit Harte bei ihm war gab es Probleme wegen der Boote. Damals hatte er sie auch noch doppelt vergeben, weil er technisch bedingte Ausfälle hatte.
Ein keinesfalls erfreulicher Abschluss einer ansonsten gelungen Tour.

Aber egal, die guten Erinnerungen kann uns niemand nehmen.

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